Die ARD-Sendung
ttt - Titel, Thesen, Temparemente vom 25.5.2008 war bemerkenswert: Es gab drei Beiträge (abrufbar via der neuen ARD-Mediathek), die sich mit der Manipulierbarkeit der Medien beschäftigen. Im ersten Fall ging es um die vermutlich inszenierten Bilder eines von Israelis erschossenen Palestinenserkindes, als zweites um den ersten Fernsehkoch im deutschen Fernsehen, der so gut wie nicht kochen konnte und dann gab es noch eine Diskussion mit einem Sozialwissenschaftler und Historiker zum Themenkomplex.
Besonders diese Diskussion hat es mir in zweierlei Hinsicht angetan: Sehr nett fand ich die explizite Auflösung der Studioillusion, sprich: man hat mal kurz gezeigt, dass die zwei Diskutierenden in einer Blue Box standen und der Professor auch noch eine Kiste zwecks Größenangleichung untergestellt bekam. Die "Diskussion" war dagegen eher fad: Zwar wurden einige alte manipulierte Aufnahmen gezeigt, aber die eigentlich interessanten Fragen wurden nicht diskutiert: Wie häufig findet Medienmanipulation statt? Und warum und durch wen findet sie statt? Wie glaubwürdig sind die heutigen Nachrichtensendungen und Zeitungsberichterstattungen, mal ganz abgesehen von im Web-generierten Nachrichten? D.h., die eigentliche Metaebene, auf der man diskutieren könnte, in wie weit unser Verständnis der Welt von Medienmeldungen geprägt ist, die selbst dann suggestiv sein können, wenn sie nicht bewusst manipuliert sind, wurde leider nicht erreicht.
Aber das zu erwarten wäre vielleicht auch zu viel des Guten. Zum einen war ttt schon immer das eher seichte Unterhaltungsprogramm der Kulturmagazine im Ersten. Man mag beklagen, dass die Kulturreport-Sendungen verschwunden sind, aber de facto hatte es da eh schon eine starke Annäherung der Inhalte gegeben. Anyway, im Vergleich zum Rest muss man für diese Reste von Inhalt im Fernsehprogramm ja dankbar sein. Und zum anderen würde die Diskussion solcher Fragestellungen möglicherweise zu viel unangenehme Folgen mit sich bringen: Schließlich hat das Fernsehen (das öffentlich-rechtliche im Speziellen) ein Interesse daran, weiterhin als glaubwürdige Nachrichtenquelle zu gelten. Von daher war es fast schon wieder erstaunlich, dass das Thema mit immerhin drei Beiträgen recht umfangreich aufgegriffen wurde.